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Vergangene Woche haben wir darüber geschriebenwie Sie jemanden an ETWAS erinnern. Ohne zu nerven. Heute schreiben wir darüberwie Sie SICH in Erinnerung bringen. Ohne zu nerven.
Der Unterschied: Wenn Sie jemanden daran erinnernetwas zu tunso hat dieser vorher einen Termin verpasst. Beim einfachen „Nachhaken“ ist das anders. Hier haben Sie keine feste Deadline gesetztsondern vielleicht aus Eigeninitiative jemanden angeschrieben: haben zum Beispiel einen Vorschlag unterbreitet – und warten nun auf eine Antwort. Oder Sie haben ein Konzeptein Manuskripteine Bewerbung eingereicht – und wünschen sich ein Feedback.
Der oder die andere hat also keinen festen Termin verpasstbraucht jedoch für Ihren Geschmack zu lange zum Antworten. Sie sorgen sich schlichtvergessen worden zu sein.
Nachzuhaken ist immer ein bisschen schwierig. Sie wissen nichtwas für Ihr Gegenüber eine angemessene Reaktionszeit ist. Ihnen kommt vielleicht eine Woche schon lang vorwährend für andere vierzehn Tage eine ganz normale Reaktionszeit sind.
Außerdem wissen Sie nichtob die andere Person vielleicht gerade bis über beide Ohren in Arbeit steckt – und ob sie für eine Erinnerung an etwaswas sie nicht geschafft hatdankbar ist oder ob sie diese einfach nur nervt. Und nerven wollen Sie auf keinen Fall – schließlich möchten Sie eine positive Geschäftsbeziehung aufrechterhalten.
Wie haken Sie also nachohne zu nerven?
Nicht empfehlenswert: anklagend nachfragen
Wenn Sie unseren Newsletter von vergangener Woche gelesen habenwissen Sie schonwas NICHT geht: anklagende Du- bzw. Sie-Botschaften à la „Sie haben noch nicht auf meine E-Mail geantwortet“.
Auch verpackt in einem Satzder mit Ich beginnthaben anklagende Botschaften nichts zu suchen. „Ich warte noch immer auf Ihre Antwort“ klingt also auch nicht besser.
Eingeschränkt empfehlenswert: Nachfragenob die E-Mail ankam
Eine Möglichkeitum sich in Erinnerung zu bringen: Sie können die E-Maildie Sie geschrieben habennoch einmal an die adressierte Person weiterleiten und dabei nachfragenob die E-Mail angekommen ist. Oftmals erreichen Sie damitdass sie direkt antwortet und sich vielleicht sogar entschuldigterst so spät zu antworten.
Dieser Ansatz mag funktionieren. IchNadjamag ihn allerdings nicht so sehr. Zum einen ist er ein wenig zu durchsichtig – schließlich kommen die meisten E-Mails wohlbehalten im Postfach des Empfängers an. Zum anderen verursachen Sie so ein schlechtes Gewissen.
Das Problem beginnt ja erstwenn die E-Mail im Postfach liegt: Der Empfänger:die Empfängerin hat einfach keine Zeit oder Lust zu antwortenhält es für nicht dringend genugum schnell zu reagieren oder hat sie schlichtweg vergessen.
Trotzdem sind Sie mit diesem Ansatz recht häufig erfolgreich: Die Person reagiert. Und das dann meist recht schnell.
Die (sanfte) Druck-Variante: Kündigen Sie einen Anruf an
Fragen Sie nachwie der Stand der Dinge ist – und kündigen Sie einen Anruf an. Viele reagieren darauf recht schnellda sie lieber eine E-Mail schreiben als angerufen zu werden.
Dies kann dann so klingen:
Guten Tag, Frau Mannheimer
hatten Sie schon Gelegenheitsich mein Konzept anzuschauen? Auf Ihr Feedback dazu bin ich gespannt. Ich rufe Sie am Freitag dazu an.
…
Besonders elegant: Liefern Sie neue Informationen – und ziehen Sie so die Aufmerksamkeit auf sich
Ein Beispiel: Sie haben der Journalistin Elke West einen Vorschlag für ein Interview zu einem bestimmten Thema gemacht. Frau West hat nach zehn Tagen noch nicht auf Ihre E-Mail reagiert. Fragen Sie nachob sie noch weitere Informationen zu diesem Thema von Ihnen benötigt oder schicken Sie gleich die aktuelle Studie mitdie Sie gerade dazu gefunden haben. So bringen Sie sich auf die sanfte Art ins Gedächtnisohne dass es wie eine Erinnerung wirkt. Entscheidend istdass es wirklich eine neue und nützliche Zusatzinformation ist.
Die Deadline-Variante: Informieren Sie darüberdass sich ein Fenster schließt
Der Vorteil dieser Variante istdass Sie einen objektiven Grund für Ihre Erinnerung haben. Somit entspringt die Dringlichkeit nicht einfach nur Ihrem Gefühl.
Ein Beispiel:
Guten Tag, Herr Kronberger
vor einigen Wochen haben wir Ihnen ein Angebot über unser offenes Schreibseminar gesendet.
Sie interessieren sich für unseren Juli-Terminden 15.07.2020. Aktuell haben wir dafür noch zwei Plätze frei. Die Anmeldefrist endet am kommenden Freitagdem 19.06.2020.
Bitte geben Sie uns bis dahin Bescheidob Sie einen der beiden Plätze möchten.
Wir hoffen natürlich, dass Sie unsere heutigen Tipps nur selten anwenden müssen. Aber falls Sie sich doch einmal in Erinnerung bringen müssen … Wie immer freuen wir uns über Ihr Feedback und Ihre Erfahrungen.
Wir wünschen Ihnen einen guten Tag und: Bleiben Sie gesund!
Nadja Buoyardane und Franziska Nauck

