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Lexikonzuletzt bearbeitet am: 12.01.2026 | Jetzt kommentieren| Jetzt bewerten
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Denkt man an Konflikt und Konfliktbereinigungdann kommt man schnell zum Begriff der Mediation. Es ist ein Verfahren zur Konfliktbeilegungdasin den 90er-Jahren aus den USA kommendseinen Siegeszug in Europa und in Deutschland fortgesetzt hat. Es beruht auf dem Grundsatzdass es in einem Konflikt keinen Verlierer geben soll und unterscheidet sich damit von der klassischenauf dem Schuldbegriff basierenden Rechtsprechung. Dieses Verfahren ist eine Brückedie von den Säulen Verhandlung und Konsens gestützt wird und den Streitparteien ein aufeinander zugehen ermöglicht.
Als Begriff steht Mediation für einen außergerichtlichen Weg der Konfliktbearbeitungin dem die Parteien (Betroffenen) durch einen Mediator unterstützt werdenum eine fairevon beiden Seiten akzeptierterechtsverbindliche Vereinbarung zu treffen.
Das 20. Jahrhundert bringt viele technische Neuigkeiten und vor allem einen durchgreifenden gesellschaftlichen Wandel. Mediation hat ihre Wurzeln im sozialen und familiären Bereichwo sie professionell und methodisch zur Beilegung von Konflikten eingesetzt wird. Sie breitete sichausgehend von den USAim gesamten westlichen Kulturraum aus.
Ausschlaggebend für die Entwicklung der Mediation war die Suche nach alternativen Schlichtungsverfahrenum einen Gegenpol zum klassischenherkömmlichen Rechtssystem zu haben.
Das Menschenbilddas der Mediation innewohntist das eines selbständig handelnden autonomen Bürgersder sich in einem gesellschaftlich akzeptierten Freiraum nach eigenem Ermessen frei bewegen kann. Mediation ist dennoch kein Ersatz für den Rechtsstaat und seine Normensondern ein Werkzeug zur Konfliktbereinigung bei der Durchsetzung von Recht und Gesetz.
Konflikte zählen zu den ganz normalen Phänomenen des gesellschaftlichen Zusammenlebens und wenn sie als Chance zur Veränderung gesehen werdendann ist das ein Zeichen für eine der wichtigsten Fähigkeiten: Konflikte konstruktiv zu lösen und sie sogar als Chance wahrzunehmen.
Mediation ist keine Erfindung der Neuzeit. Bereits der konfuzianische Kulturkreis lehnt gegnerschaftliche Verfahren ab. Konflikte sollen durch Einsicht und Befriedung gelöst werden. Auch im chinesischen Rechtssystem war über Jahrhunderte hinweg das Finden von Übereinkommen vorrangig gegenüber Verfahrendie darauf abzieltenpersönliche Interessen auf Kosten anderer durchzusetzen.
In Europa waren es zuerst die griechischen Philosophendie als unbeteiligte Dritteohne Entscheidungsbefugniszwischen Konfliktparteien vermittelten.
Im angloamerikanischen Raum war der sogenannte "Loveday"der Tag "for the amicable settlement of differences" ein Wegbereiter für Mediationenund als die Normannen England erobertenwurde ein "Special master"ohne Entscheidungsbefugnisbei bestimmten Schlichtungsverfahren eingesetzt.
Zur Konfliktvermittlung bei Arbeitskämpfen wurde 1947 in den USA der "Federal Mediation and Conciliation Service" gegründet. Seit den 60er-Jahren des 20. Jahrhunderts gilt die Mediation als eine der Säulen der "Alternative Dispute Resolution (ADR)" als Ansatz zur außergerichtlichen Konfliktbehandlung.
Der gesellschaftliche Umbruch der 70er-Jahreverbunden mit dem Verlust des Vertrauens in das Rechtssystembereitete das Feld für die Mediation auf. Vorerst als Konfliktlösungsmodell im Familien- und Privatbereich wurde es bald auch im betrieblichen Kontext eingesetzt.
Heute ist die Mediation als erprobtes Modell der Konfliktlösung ohne Verlierer nicht mehr aus dem Rechtssystem wegzudenken.
Die Mediation kann als außergerichtliches Konfliktbewältigungsverfahren in zahlreichen Feldern Anwendung finden.
Dabei handelt es sich in aller Regel um eine sogenannte "Täter-Opfer-Mediation". Es wird dadurch der Versuch unternommeneinen alternativendritten Weg zwischen Verfahrenseinstellung und Strafverfolgung zu gehen. Dennoch bleibt der "Fall" der Dominanz des Rechtssystems unterworfen.
Wie Parteien unter spezifischen Bedingungen mit Mediation umgehen ist eine besondere Herausforderung. Schließlich sind die Themen Wiedergutmachung und Integration des Täters in die Gemeinschaft (Täter-Opfer-Ausgleich; TOA) mit unterschiedlichen Wahrnehmungen belegt. Die Mediation forciert ein auf Fairness basierendes Opfer-Täter-Verständnis und nicht unmittelbaren immateriellen Tatfolgenausgleich.
Grundsätzlich kann die Mediation vor oder während eines gerichtlichen oder verwaltungsstrafrechtlichen Verfahrens stattfinden. Zwar spricht nichts dagegennach Abschluss derartiger Verfahren eine Mediation durchzuführenallerdings wird ein davor ergangener Beschluss der Behörden nicht mehr abgeändert.
Während eines laufenden Mediationsverfahrens kann jede Partei einen unabhängigen Rechtsbeistand konsultieren.
Für die Familie ist eine Mediation eine alternative Methode zur Streitbeilegung. In den meisten Fällen geht es dabei um ObsorgeHaftungsthemenBesuchsrechteUnterhaltsverpflichtungen. In Deutschland werden Mediationen im Bereich der Familie seit den 90er-Jahren des vorigen Jahrhunderts durchgeführt.
Im Vorfeld einer Mediation werden schriftliche Mediationsvereinbarungen getroffendie für beide Parteien rechtsverbindlich sind. Sie können im Bedarfsfall gerichtlich vollstreckt werden.
Bei der Planung eines Mediationsverfahrens ist vorerst eine Trennung in Struktur und Technik vorzunehmen. Bestimmend für die Qualität des Verfahrens sind die Fähigkeiten des Mediators Kommunikationsmuster der Parteien zu erkennendie Vermittlung seiner "Allparteilichkeit" und Neutralität. Unabdingbar ist eine reiche Erfahrung im Umgang mit Menschen in unterschiedlichenauch konfliktbeladenen Situationen.
Methoden der Mediation sind vielfältig:
Eine Mediation beruht vor allem auf der Freiwilligkeit der Parteien und der Erklärungdass die Ergebnisse aus dem Verfahren verbindlich sind. Unter dieser Prämisse werden an die Parteien Anforderungen zu richten seindie für ein erfolgreiches Verfahren unabdingbar sind:
Eine Mediation hat nur Sinnwenn ein realistischer Ausgang des Verfahrens wahrscheinlich ist. Dies ist dann kaum der Fallwenn bei den Parteien diese Ausschlussgründe vorliegen (Einschränkung der Verhandlungsfähigkeit):
Eine erfolgreiche Mediation beruht daraufdass zwischen Parteien und Mediator eine tragfähigevertrauensbasierte Beziehung aufgebaut wird. Ein geschulter Mediator wird beim Herstellen des Kontakts darauf achtendass er allen beteiligten Parteiendie gleiche Wertschätzung zukommen lässt. Um eine gute Beziehung herzustellenist der Aufbau einer einheitlichen Sprachebene zu wählenFachausdrücke sollten möglichst vermieden werden. Ein Klima des gegenseitigen Vertrauens und Verstehens ist für einen positiven Ausgang des Verfahrens von hoher Bedeutung.
Je ausführlicher der Mediator die Verfahrensschritte erklärtumso konkreter er auf den Wissensstand der Parteien eingehtdesto schneller wird ein möglicher Widerstand gegen das Verfahren minimiert. Die Aufgaben des Mediators bei diesem Schritt:
In den meisten Fällen führen divergierende Motive zu Missverständnissen und Störungen im Prozess. Wenn es dem Mediator nicht gelingt die Motivlagen genau herauszuarbeitenkann das zu einer erfolglosen Beendigung des Verfahrens führen.
In einer Familienmediation kann auf der einen Seite das Aushandeln möglichst kostengünstiger Vereinbarungen bezüglich der Scheidung wichtig sein. Auf der anderen Seite steht das Erhalten der Kommunikationdie Betreuung der Kinder oder auch der Zeitfaktor im Vordergrund.
In diesem Schritt erklärt der Mediator die Grundlagenunter denen das Verfahren läuft.
Zwar ist ein mündlicher Vertrag ebenso rechtsverbindlich wie ein schriftlicherdennoch ist der Schriftlichkeit aus Gründen der Nachweisbarkeit der Vorrang zu geben. Ein schriftlicher Vertrag stärkt auch das Vertrauen der beteiligten Parteien und ist in aller Regel frei von Interpretationen. Dadurch wird die Verbindlichkeit erhöht. Die Themendie in einem Mediationsvertrag zu regeln sind:
Ein Mediationsverfahrendas in aller Regel nicht durch rechtlich durchsetzbare Rahmenbedingungen abläufterfordert die konkrete Vereinbarung von Ablauf- und Verhaltensregelndieum die Verbindlichkeit zu erhöhenebenfalls schriftlich festzuhalten sind:
Mit diesem Schritt beginnt erst das konkrete Verfahren
Konfliktedie in der Mediation thematisiert werdensind nach den Konfliktebenen (Level of Conflict) zu behandeln.
Bis zu diesem Schritt laufen die Initiativen weitgehend über den Mediator. In den nächsten Schritten werden die Parteien intensiver in den Prozess einbezogen:
Ab nun steht das Lösungsdenken im Vordergrund. Standpunkte und Bedürfnisse sind klar dargelegt. Vorerst geht es beim Sammeln von Lösungsmöglichkeiten mehr um die Quantität als die Qualität. Mit der Anzahl der Möglichkeiten steigt auch die Kreativität und Lösungsbereitschaft:
Es liegen die Optionen auf dem Tischdie Situation hat eine Neubewertung erfahren. Die Parteien haben das Gefühldass der Konflikt klar ist und umfassend geregelt werden kann.
Selbst nach einem positiven Abschluss des Mediationsverfahrens ist nicht ausgeschlossendass Folgekonflikte auftreten. Neue Situationen sind oft Ursache für neuen Handlungsbedarfder wiederum Unstimmigkeiten auslösen kann. Deshalb ist ein Testverfahren zu empfehlen und in einem weiteren Schritt die Präsenz des Mediatorsder vorbeugend mit den Methoden der Konfliktbearbeitung eingreifen kann. In der Abschlussvereinbarung können Zeiten und Inhalte genauer definiert werden.
Im Vordergrund steht die Lösung eines Konflikts ohne Einschaltung der Gerichte. Die Mediation basiert auf dem Prinzip der Freiwilligkeit der beteiligten Parteien.
Im Mediationsverfahren werden die unterschiedlichen Bedürfnisse und Prozesse herausgearbeitetberücksichtigt und darauf basierend eine gemeinsamevon beiden Parteien akzeptierteLösung gefunden.
Dennoch muss klar seindass Mediation in vielen Fällen den Anwalt nicht ersetzen kannsie weder Therapie noch Schlichtungsverfahren ist. Der Mediator selbst ist auch kein Schiedsrichter. Er arbeitet mit den Parteien darauf hindass sie selbst eine Lösung findener bezieht keine Stellung und greift in den Prozess nur vermittelnd ein.
Als Ziel wird ein Perspektivenwechsel angestrebt. Von der vergangenheitsbezogenenin vielen Fällen feindseligen Vorwurfshaltung hin zu einer zukunftsorientierten und tragfähigen Lösung für die beteiligten Parteien.
Der Mediator stärkt die Selbstverantwortungdie Konfliktparteien verantworten ihre Entscheidung selbst und delegieren sie nicht an einen Richter. Um das zu erreichenmüssen sie in einen Dialog gehender Wille zur Kooperation und Gestaltungsfähigkeit versetzt sie in die Lage tragfähige Verständigungslösungen zu entwickeln.
Das Mediationsgesetz definiert im § 6 den zertifizierten Mediator als Ausbildungs- und Qualitätsnachweis. Dieser gesetzlich geregelte Titel erfordert die Absolvierung einer Ausbildung und den Nachweis laufender Weiterbildungen. Im Gesetz über die zertifizierte Mediatorenausbildung (ZMediatAusbV) sind die Inhalte festgelegtdie erforderlich sindum diesen Titel zu tragen. Das Gesetz bezieht sich auf den § 6 Mediationsgesetz.
Im Gesetz ist beschrieben wie die Ausbildung zu erfolgen hat (§ 2 ZMediatAusbV) und dass der Titel zertifizierter Mediator nur getragen werden darfwenn die Ausbildung abgeschlossen ist:
Um den Titel zu behalten und weiterhin zu führensind regelmäßige Fortbildungen nachzuweisen. Im Zeitraum von 5 Jahren nach Abschluss der Ausbildungsind mindestens 40 Zeitstunden an Weiterbildung zu absolvieren und mittels Bescheinigung des Ausbildungsinstitutes zu belegen.
Das Mediationsgesetz ist die rechtliche Grundlage für Mediationen. Neben den Erfordernissen der Ausbildung beschreibt es auch die Ausschlussgründedie eine Mediation verhindern (§ 3; Tätigkeitsbeschränkungen und Offenbarungspflichten).
Bis zum 1. August 2013 war es jeder Person erlaubt den Titel Mediator zu führen und Mediationen anzubieten. Nun ist diese Bezeichnung außergerichtlichen oder gerichtsnah agierenden Personen vorbehalten. Allerdings ist es immer noch den Kunden / Parteien vorbehalten die Qualität nach ihren Maßstäben zu überprüfen.
Grundlage der Kosten für eine Mediation ist das Honorar des Mediators (Stundensatz) und der geschätzte Zeitaufwand. Im Gegensatz zu einem Gerichtsverfahrendas sich über einen Zeitraum vom mehreren Monaten erstrecken kannist eine Mediation oft nur eine Sache von einigen Tagenum mit den Parteien eine vernünftige Lösung ihres Konflikts auszuarbeiten und zu vereinbaren.
Gerichtskosten werden nach dem Streitwertprinzip berechnet. So fallen bereits bei einem Streitwert von € 5.000,-- Kosten in der Höhe von rund € 2.600,-- an Gerichts- und Anwaltskosten an. Zusätzlich kommen noch die Kosten für ZeugenGutachter und andere Auslagen dazu.
Seit einigen Jahren wird eine besondere Form der Mediation an Schulen angewandtdie sich Streitschlichtung nennt. Dabei schlüpfen Schüler in die Rolle eines Mediators und schlichten Konflikte bei den jüngeren Mitschülern. Dazu werden die "Streitschlichter" speziell ausgebildet und von einem Lehrkräfte-Team koordiniert und unterstützt. Wie bei der klassischen Mediation ist Freiwilligkeit ein Grundprinzip.
Ziel ist esdass bereits Schüler den konstruktiven Umgang mit Konflikten erlernen und diesen fördern.
Streitoft verbunden mit körperlicher Gewaltentsteht oft während der Pausen auf dem Schulhof. Es wird gelaufengespielt und manchmalvielleicht auch aus Unachtsamkeitein Mitschülereine Mitschülerin verletzt. SchmerzenTränen und Angst sind oft die Folgendie in die Klassen getragen werden. Eltern sind besorgtwenn ihre Kinder mit Blessuren aus der Schule kommen. Wenn in der Schule das Modell der Streitschlichtung installiert istkönnen solche Fälle behandelt werden. Das Ergebnis kann eine Vereinbarung seindie allen hilftsolche Konflikte zu vermeiden:
Diese Vereinbarung kann schriftlich festgehalten werden. Die beteiligten Parteiendie anderen Schüler können an so einer Streitschlichtung sehendass Konfliktlösung auf drei Säulen basiert:
Die außergerichtliche Konfliktlösung nimmt bereits sehr viel Raum in der Rechtslandschaft ein. Neben den geringeren Kosten gegenüber den Gerichten hat die Mediation den Vorteildass sie keine "Verlierer" generiert. Im günstigsten Fall geben beide Parteien als gleichberechtigte "Sieger" aus dem Verfahren heraus. Ein Umstandder nachhaltige und langfristige Lösungen ermöglicht.
Mediation ist ein kaum zu begrenzender Arbeitsbereich. In Form der Streitschlichtung findet sie bereits in Schulen statt. Familien- und NachbarschaftsstreitigkeitenWirtschaftskonflikte und Bauprojekte: alles Themendie mithilfe von Mediationen zu tragfähigen Ergebnissen führen.










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